Wahnsinnsspiel gegen Sprockhövel endet mit 5:5

Wahnsinnsspiel gegen Sprockhövel endet mit 5:5
März 27, 2019 Patrick Bremehr

WAS FÜR EIN SPIEL!!!

Mit Sicherheit werden einige der 401 Stadionbesucher am heutigen Mittwochabend buchstäblich noch „ihren Enkeln erzählen“, wie das Spiel beim heutigen 5:5 (2:2) Nachholheimspiel gegen die TSG Sprockhövel gelaufen ist.

Der FCG spielt in fast unveränderter Formation gegenüber dem Sieg gegen Gievenbeck. Einzig Schwesig rückte für den gelb-gesperrten Beuckmann in die Innenverteidigung. Der FCG übernahm mit Beginn des Spiels die Kontrolle, hatte mehr Ballbesitz und auch die besseren Chancen. Bei der einzigen nennenswerten Gelegenheit ist aber ein Gäste-Bein vor dem einschußbereiten Rump zur Stelle (6.).

Dann kommen die Gäste und treffen aus heiterem Himmel trocken durch drei Abwehrbeine hindurch zum 0:1 (12.). Der FCG lässt sich nicht beirren, hat eine gute Gelegenheit durch Aygün (18.) und kommt dann bei einem Konter eiskalt ausgenutzt das 0:2 eingeschenkt (23.).

Quasi im direkten Gegenzug setzt sich der agile Flock im Strafraum durch, wird elfmeterreif gefoult, rappelt sich dennoch wieder auf, kämpft weiter und netzt zum 1:2 ein (25.). Die Mannschaft von Trainer Julian Hesse ist nun dran und erarbeitet sich einige Chancen.Die Beste vergibt Marcel Rump, als er den Keeper bereits aussteigen lässt, der Winkel für den Abschluss aber zu spitz ist (38.). Außerdem scheitert Kaptan mit einem Flachschuss aus 18 Metern knapp links am Tor vorbei (43.).

Mit dem Pausenpfiff war es dann erneut Flock, der über außen schön freigespielt wird, in Gnabry-Manier in den Strafraum zieht, den Verteidiger abschüttelt und den Ball rechts oben unter die Latte knallt – 2:2 (45.). So geht es dann in die Pause.

Nachdem Seitenwechsel spielt weiter der FC Gütersloh. Und so landet der Ball mit einem wuchtigen Schwesig-Kopfball nach Manstein-Ecke im kurzen Torwart-Eck. Es steht 3:2 (49.). Doch damit nicht genug. Der FCG macht weiter Druck und ein Abwehrspieler weiß sich nach einem Flachschuss nur noch mit der Hand zu helfen. Das ahndet der Schiedsrichter mit dem fälligen Handelfmeter, den Manstein locker rechts unten einschiebt (55.).

Nun verlagert sich das Spielgeschehen. Der FCG verteidigt und lässt die Gäste kommen, besitzt aber die gefährlicheren Chancen. Yahkem scheitert nach kurzer Ecke und Kaptan Zuspiel an der Latte (62.). Und so kam es wie es so häufig kommt, wenn es vorne nicht gelingen will. Ein Rückpass verspringt, Westergerling versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist, und die Gäste nutzen die Konfusion zum völlig unnötigen 4:3-Anschlusstreffer (65.).

Dann merkt man dem FCG in der Folge die etwas schweren Beine an. Die TSG riecht nun, das etwas geht, und trifft nach schön vorgetragenem Spielzug zum 4:4-Ausgleich (84,). Zu allem Überfluss landet der Ball in der letzten Spielminute nach einer TSG-Ecke wieder im Tor und der FCG scheint geschlagen (89.).

Doch diese Rechnung hatten die bereits jubelnden TSG-Spieler nicht mit dem „neuen“ FCG gemacht. Die Mannschaft wirft in den angezeigten vier Nachspielminuten alles nach vorne, Westergerling geht sogar mit in den gegnerischen Strafraum und so gelingt Erdogmus nach Kaptan-Ecke der völlig verdiente und viel umjubelte Ausgleich in der Nachspielzeit (93.).

Die Zuschauer bleiben minutenlang im Stadion und applaudieren den grandios kämpfenden aber doch irgendwie niedergeschlagenen Spielern. Ein denkwürdiger Fußballabend endet mit einem Remis. Es ist ein Remis für die Moral, für den Willen, für den Kampf. „Genau so beißen wir uns rein, genau so holen wir die Punkte, gemeinsam, einer für alle und alle für einen – so geht es in den nächsten Wochen weiter“, appeliert Julian Hesse im Mannschaftskreis nach dem Spiel.

„Ich kann der Truppe keinen Vorwurf machen. Klar wollen und müssen wir bei dem Spielverlauf drei Punkte mitnehmen. Wir haben so viele Chancen das Ding zu zu machen und der entscheidende Treffer will nicht gelingen. Am Ende stehen wir aber fast mit leeren Händen da und kommen mit unglaublicher Moral zurück. Das war groß, das macht mich stolz. Wir müssen jetzt die Kräfte bündeln und Sonntag nach Ahlen fahren, um dort etwas zählbares mitzunehmen“, gibt Hesse nach dem Spiel zu Protokoll.

So soll es also sein. Das nächste Spiel steigt am kommenden Sonntag bei RW Ahlen. Anstoß ist um 15 Uhr und wir freuen uns natürlich über alle Fans, Fußballliebhaber und Unterstützer, die den Weg in die Wersestadt mit dem Team antreten.

FC Gütersloh: Westergerling, Erdogmus, Schwesig, Lücke, Manstein, Aygün (75. Benmbarek), Yahkem, Kaptan, Flock (83. Wieckowicz), Rump (68. Thomas), Widdecke.

Tore: 0:1 Oberdorf (11.), 0:2 Casalino (23.), 1:2 Flock (25.), 2:2 Flock (45.), 3:2 Schwesig (49.), 4:2 Manstein (55., HE), 4:3 Casalino (64.), 4:4 Claus (83.), 4:5 Claus (89.), 5:5 Erdogmus (93.).

Fotos: Jens Dünhölter